Immer dieser Perfektionismus


Ich bemerke aktuell, dass sich bei mir ein ganz altes Muster zeigt und irgendwie stärker als jemals zuvor.

Mein guter alter "Freund“ – der Perfektionismus.

Gehörst du auch zu den Menschen die immer alles perfekt erledigt haben wollen? Einen übermäßig hohen Anspruch an sich selbst haben? Sich keinen einzigen Fehler erlauben? Sich ewig über einen Fehler ärgern und sich fragen: Wie konnte MIR das nur passieren?

Jepp – ich gehöre dazu. Schon seit ich mich zurückerinnere ist dies mein immer wiederkehrendes Muster. Obwohl ich eine zeitlang dachte, dass ich diese Gewohnheit durch meine Yogapraxis überwunden hatte, taucht es nun seit einigen Wochen wieder auf und das stärker als je zuvor.

Erst kürzlich habe ich mich intensiv mit den Samskaras (mentale Eindrücke aus der Vergangenheit die in unserem Unterbewusstsein gespeichert sind) beschäftigt. Dort konnte ich erfahren, dass sich alte Gewohnheiten, wenn sie sich zeigen, nochmal von ihrer ganz besonderen und besten Art zeigen bevor sie sich durch die kontinuierliche Praxis auflösen und sich neue Samskaras bilden die uns Kraft & Vitalität schenken.

Puh – das gab mir Mut & Kraft täglich weiter an mir zu arbeite. Denn, wenn sich alte Muster zeigen kann das doch sehr kräftezehrend sein. Es fühlt sich an wie ein innerer Krieg. Ich denke, so einfach will sich die alte Gewohnheit auch nicht geschlagen geben und will sehen wer der stärke von uns beiden ist.

Also – auf in den Kampf und ich zeig´s dir du Perfektionismus.

Dabei habe ich mir die Frage gestellt, was denn in unserem Körper & Geist passiert wenn wir so perfektionistisch sind? Wie sich das auf unseren Alltag & unser soziales Umfeld auswirkt.

Wenn wir im Alltag unseren Fokus so sehr auf den Perfektionismus gerichtet haben, wollen wir alles richtig machen und erlauben uns absolut keinen Fehler. Das bedeutet dass wir unser tägliches Verhalten völlig kontrollieren müssen und wir geraten in die Falle des Festhaltens.

Loslassen – Adé

Wenn wir geistig festhalten und uns kontrollieren um keine Fehler zu machen wirkt sich das logischerweise auf unseren Körper aus. Die Muskeln sind in permanenter Anspannung, unsere Nerven und unsere Hormonsystem sind auf Alarmbereitschaft. Diese Anspannung und Kontrolle signalisiert uns – Gefahr im Verzug bereit machen für Kampf oder Flucht.

Eine zeitlang alles unbedenklich, aber löst sich diese Anspannung nicht irgendwann wieder dann bekommen wir erhebliche gesundheitliche Probleme im Bewegungsapparat, Verdauungstrakt, Nervensystem etc….

Durch diese Gewohnheit sind wir weit davon entfernt uns zu akzeptieren wie wir sind. Wir sind einfach nicht genug. Wir können zu wenig, wir wissen zu wenig, wir tun zu wenig. Alles was wir machen wird analysiert auf eine ganz kritische & strenge Art. Positives Denken ist dabei absolut nicht möglich. Wir befinden uns im Strudel der Negativität.

Und irgendwann spiegelt sich das auf unsere Umwelt wieder. Wir sehen auch hier nur noch das negative und erlauben auch anderen wenig Fehler. Sind kritisch mit unserem Partner, Arbeitgeber, Freunden. Finden auf einmal vieles in unsrem Alltag was wir nicht wollen.

Das schafft absolute Unzufriedenheit. Wir sind ganz weit weg von Glück & Gesundheit.

Ein einziger Strudel der uns droht mit in die Tiefe zu reißen wenn wir nicht

STOPP

sagen.

Dabei hilft mir Yoga ungemein. Durch meine tägliche Praxis erkenne ich immer mehr wann sich alte Gewohnheiten zeigen und kann damit arbeiten.

Akzeptanz

Meine größte Herausforderung ist, zu akzeptieren dass der Perfektionismus sich zeigt und dieses mal so stark... Als ich noch Schüler war viel es mir leichter solche Situationen und Veränderungen zu akzeptieren. Aber jetzt als Yogalehrer denke ich, dass ich mir sowas doch nicht erlauben kann. Aber um authentisch zu sein braucht es keinen Perfektionismus sondern einfach nur Mensch, oder?

Namasté

Bildquelle: https://www.emotion.de/burnout/wege-aus-der-krise


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