Ich gehe meinen Weg...


Aktuell absolviere ich ein Yoga Aufbaustudium um in zwei Jahren mein 500h Diplom in der Hand zu halten und um meinen Weg zur Yoga Therapeutin zu ebnen.

Bei meinem letzten Ausbildungswochenende hat mein Dozent folgenden Satz gesagt:

„Im Normalfall absolvierst du eine Yoga Ausbildung und dann musst du deinen Weg alleine gehen!“

Buff – wie ein Schlag ins Gesicht. Ich spürte Angst & irgendwie Enttäuschung.

Wie jetzt, alleine gehen? Darf ich einfach so entscheiden wie ich Yoga unterrichte und meinen eigenen Yoga Weg bestreiten?

Der Satz hat gesessen und die letzten Wochen ziemlich nachgewirkt.

Ich habe mich gefühlt wie ein kleines Kind, dass gerade noch an der Hand seiner Mama läuft und plötzlich entzieht sich die große und beschützende Hand aus meiner kleinen, noch unsicheren Hand und ich muss alleine durchs Leben laufen.

Wer kennt das Gefühl?

Ich meine, jeder der schon einmal eine Ausbildung absolviert hat oder in seine erste eigene Wohnung gezogen ist kennt diese Situation.

Aber was bedeutet es denn wirklich seinen eigenen Weg zu gehen?

Was bedeutet das für dich?

Bevor ich das Yoga Studium begonnen habe, habe ich immer geglaubt, dass es eine einzige Vorgabe gibt – ein Yoga Konzept das für alle passt. Ich lerne ein vorgegebenes Konzept und dieses unterrichte und vermittle ich an meine Yoga SchülerInnen.

Irgendwie abstrus, dass ich so eine Vorstellung hatte und trotzdem mit dem Yoga Studium begonnen habe. Denn, wer mich kennt weiß dass ich immer alles anders mache als es die Norm vorschreibt :-)

Als der erste Schock, alleine meinen eigenen Weg zu gehen, überwunden war wuchs auf einmal eine große Portion Mut in mir.

Ich habe mich abermals ganz intensiv mit der Bedeutung des Yoga auseinandergesetzt, was für mich persönlich Yoga bedeutet und mit den unterschiedlichen Yoga Stilen.

Woche für Woche lasse ich mich in meiner eigenen Yoga Praxis gehen und fließe nach meinem Gefühl. Meinen Yoga Unterricht gestalte ich so wie ich Yoga empfinde und das mit Mut & Selbstbewusstsein. Ich lege mein Bewusstsein mehr auf das Gefühl & die Bedeutung des Yoga, als auf Fachliteratur oder das was mir jemand vorgesagt hat.

Nicht falsch verstehen, Regeln & Grundprinzipien sind mir noch genauso wichtig wie vorher. Ich finde nur gerade die Balance zwischen den Regeln & GEFÜHL.

Diesen Schubs hatte ich wohl nötig. Genauso wie es bei einem Kind auch an der Zeit ist die Hand loszulassen. Denn, nur dann kann das Kind heranwachsen und auch selber fühlen dass es seinen Weg auch alleine bestreiten kann.

Hast du auch so ein Erlebnis?

Namasté

Anja

Bildquelle:

http://www.phathue.de/buddhismus/die-grundlehren-des-buddha/der-edle-achtfache-pfad/


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